Magic Honey


Magic Honey

Artikel-Nr.: RUF 1192
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Veröffentlichungsdatum

08/2013

Release Notes

Die meisten Künstler machen Alben. Cyril Neville macht Gumbos. Serviert im August 2013 durch Ruf Records zeigt Magic Honey die 64 Jahre alte Südstaatenikone in Bestform – aus zahlreichen Quellen bezieht er seine Inspiration und mischt sie zu einem akustischen Cocktail zusammen. „Ich bin enorm stolz auf diese Platte“, so Cyril über seine neue „Spezialität des Hauses“. „Es ist ein geschmackvolles, gut zubereitetes musikalisches Gumbo, das den Gaumen der Musikliebhaber hoffentlich munden wird.“
Sänger. Poet. Schlagzeuger. Neville Brother, Meters-Legende, Solokünstler und Talisman der neuen, alles erobernden Südstaaten-Supergruppe Royal Southern Brotherhood. Genauso wie Cyril Nevilles Karriereweg immer wieder für Überraschungen sorgte, so übertrifft auch Magic Honey alle Erwartungen und bricht aus jeder Schublade aus, in die es gezwängt werden soll. Mit einem Fuß zwar immer in der Tradition des Blues‘– wie etwa die rohen Emotionen bei Something’s Got A Hold Of Me oder das langsame Blues Is The Truth – doch mit dem anderen macht er große Schritte und befördert jegliches Regelwerk ins Abseits.
Da gibt es das gewaltige, mit Funk gewürzte Stück Running Water, den großartigen Groove von Invisible und natürlich den hervorstechenden Titeltrack („My baby is a queen bee…magic honey dripping from her hive“). Es gibt den heißen, satirischen Seitenhieb von Money And Oil („Don‘t matter how you feel, it’s all sell, sell, sell“) und den offenkundigsten Abrock-Moment des Albums Working Man (Got no time for living, ‘cos I’m working all the time…). Zu dem Zeitpunkt, an dem man zu der eloquenten Reggaemelodie von Slow Motion  und dem unwiderstehlichen Dancefloorfiller Swamp Funk kommt, wird man daran erinnert, dass Cyril ein Songwriter ist, der eine klare, künstlerische Vision hat.
Magic Honey ist ein genreübergreifendes Album, das nur mit erstklassiger musikalischer Unterstützung verwirklicht werden konnte. Und als Cyril begann seinem Gumbo im Studio In The Country in Bogalusa, Louisiana,  Feuer zu geben, hatte er ausreichend davon: David Z ist als Produzent seinem Ruf (er arbeitete bereits mit Prince, Buddy Guy, Etta James) absolut gerecht geworden- bei Magic Honey schaffte er es, einen pulsierenden, atmenden Sound zu kreieren. „Ich habe lange gewartet, um mit David Z arbeiten zu können“, sagt Cyril, „und es war es absolut wert zu warten. Ich liebe es, wie sich die Platte entwickelt hat und freue mich darauf, bald wieder mit ihm arbeiten zu können.“
Vor der Tür tauchte eine Riege erstklassiger Musiker inzwischen in eine Art musikalischer Telepathie ein – und dadurch fühlten sich die LA Sessions weniger wie eine trockene Pflichtübung als viel mehr wie eine gemeinsame Offenbarung an.  „Die Aufnahme kam einem spirituellen Musikereignis gleich“, stimmt Cyril zu. „Wir gingen es so an, als würden wir ein wirklich wichtiges Konzert geben. Alle Songs sind die Erstaufnahmen. Die Atmosphäre war so elektrisierend. Einfach alles live! Und ich hatte das Glück, die beste Rhythmusgruppe überhaupt für die Aufnahme zu haben: Mean Willie Green (Schlagzeug), Cranston Clements (Gitarre), Carl Dufrene (Bass) und Norman Caesar (Keyboard).“
Zusammen mit der Energie der Neville-Familie – Gaynielle und Omari Neville für die Background vocals – gibt es zudem noch einen Hauch Staratmosphäre mit New Orleans-Veteran Allen Toussaint am Keyboard bei Another Man, Dr. John an der Orgel bei Swamp Funk, dem Ex-Bluesbreaker Walter Trout bei Running Water und Cyrils Royal Southern Brotherhood-Kollege Mike Zito bei Money and Oil und Working Man.
Es ist eine fantastische Gästeliste, die nur noch einmal unterstreicht, wie viel Respekt sich Cyril Neville in seinen über vierzig Jahren im Musikgeschäft verdient hat.
Musiklegenden schreiben zwar keine Lebensläufe, aber wenn doch, so würde Cyrils definitiv einschlagen. In den späten 40ern in New Orleans, Louisiana, geboren, wuchs er als jüngstes von vier Geschwistern auf, die schon bald den R&B-Sound der Stadt als die Neville Brothers bestimmen würden. Cyril sog die Songs von der Vinylsammlung seiner Eltern in sich auf und begann schließlich im Alter von 19 Jahren selbst als Sänger aufzutreten. Sein erster Gig war zusammen mit Art Neville & The Neville Sounds (zusammen mit seinen Brüdern Art und Aaron). Und obwohl seine spätere Gruppe Soul Machine nie einen Durchbruch feiern konnte, schaffte er es mit seiner 1970 erschienenen Debutsingle Gossip auf sich aufmerksam zu machen, um anschließend in Arts Funk-Band The Meters mitzumischen.
Zu diesem Zeitpunkt feierten The Meters bereits den Erfolg ihres 1969er Smashhits Cissy Strut. Nun, da Cyril Congas und seine Stimme zu zeitlosen Alben wie Cabbage Alley (1972) und Fire On The Bayou (1975) beisteuerte und der unerschrockene Fan Mick Jagger die Band einlud, die 1974er US-Stadientour der Rolling Stones zu eröffnen, war Arts Vorschlag gerechtfertigt, dass Cyril die Rolle des Leadsängers übernehmen sollte. Was folgte, war eine Reihe atemberaubender Performances.
The Meters waren zu speziell, als dass sie dauerhaft Bestand hätten haben können, doch ihre Auflösung 1976 machte den Weg frei für die Neugründung der Brüder als The Neville Brothers. Es folgte eine vier Jahrzehnte währende Erfolgsserie, die noch immer andauert: von Wild Tchoupitoulas (1976) über das mit einem Grammy ausgezeichnete Yellow Moon (1989) bis zum Walkin‘ In The Shadows Of Life (2004). Wenn also behauptet wird, dass diese Band New Orleans erste Funk-Familie sei, dann ist das keine heiße Luft oder Übertreibung sondern ein Fakt.   
Viele Künstler würden sich einfach zurücklehnen und zuschauen, wie die Tantiemen ins Haus flattern. Cyril hingegen bleibt unersättlich, was seine Kreativität anbelangt. Er führt nicht nur seine aufregende Solokarriere fort, die uns Hits wie The Fire This Time (1994) und New Orleans Cookin‘ (2000) bescherte, sondern arbeitete darüber hinaus auch mit Ikonen wie etwa Bob Dylan, Bono und Willie Nelson, tourte weltweit mit der Funkband Galactic, führte seine „Zweitband“ Tribe 13, gründete sein eigenes Record Label Endangered Species und absolvierte Fernsehauftritte bei Jimmy Kimmel Live! und HBOs Treme.  
Als ein Künstler mit Gewissen engagierte sich Cyril zudem in dem Projekt New Orleans Musicians Organized (NOMO), das jungen Bands half, durch das haiverseuchte Gewässer der Rockindustrie zukommen. Neben Tab Benoit war er außerdem Teil der 2005 Voice of the Wetlands Allstars Tour, die auf die Notlage der Umwelt an Louisianas Golfküste hinweisen sollte.
„Oh, Cyril ist wirklich eine Persönlichkeit“, sagt Mike Zito über die beeindruckende Vorgeschichte seines Bandkollegen. „Ich meine, er ist der Typ. Er hat all die Geschichten. Er ist schon eine Million Mal um die Welt gereist, hat mit Gott und der Welt schon gespielt. Er war auf Tour mit den Rolling Stones, ist mit Keith Richards befreundet und hat Songs mit Bono geschrieben. Er hat alles gemacht, was jemals irgendjemand machen könnte…“
Noch nicht ganz. Im August 2013, ohne ein Anzeichen in seinen Sechzigern einen Gang runterschalten zu wollen, setzt er seiner erstaunlichen Karriere mit Magic Honey noch ein Sahnehäubchen auf. Das ist ein Gumbo, auf das wir gewartet haben.

Tracklist

1. Magic Honey

2. Swamp Funk

3. Somethings's Got A Hold On Me

4. Another Man

5. Still Going Down Today

6. You Can Run But You Can't Hide

7. Invisible

8. Blues Is The Truth

9. Running Water

10. Working Man

11. Money And Oil

12. Slow Motion

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