Try Me


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Artikel-Nr.: RUF 1156
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Veröffentlichungsdatum

1/2010

 

Release Notes

Meena wurde 1977 in einem kleinen katholischen Dorf in Oberösterreich als drittes Kind eines Elektrikermeisters und seiner Frau geboren. Im Sommer lief sie barfuß und wuchs behütet zwischen Kühen, Wiesen, Wald und mit ständig aufgeschrammten Knien auf. Mit drei wurde die Kleine im Winter das erste Mal auf Plastikski gestellt und den Berg runter geschubst. „Eine tolle Erfahrung“, lacht Meena. „Ansonsten versuchte man mich sonntags immer in die Kirche zu bewegen, und weil ich damals so gern die Orgel hörte, klappte das auch ganz prima. Meine Mutter lehrte mich in all den Jahren des Heranwachsens, dass die Welt vor allem groß ist, und mein Vater, dass man mit beiden Beinen fest am Boden bleiben muss.“

Als Meena mit dem Sprechen anfing, wurde ihr auch gleich das Singen beigebracht. Großvater spielte die Zither, Mutter und Schwester sangen mit ihr dazu. Die gute alte oberösterreichische Volksmusik also. Außerdem mussten Meena und ihre Schwester des Öfteren im örtlichen Gasthaus Lieder zum Besten geben. „Nicht dass ich davon besonders begeistert war, aber wir bekamen dafür Eis und Limonade. Und ehrlich gesagt, herrlich, denn das gab es sonst nicht. Und so lernte ich unter anderem schon früh musikalische Harmonien, verschiedene Instrumente und mehrstimmiges Singen. Mit sieben begann ich meine ersten Lieder zu komponieren. Musik war einfach etwas Selbstverständliches im Leben meiner Familie und deshalb weit entfernt von jeglichem Kommerz. Sie gehörte für uns dazu wie das Essen oder Schlafen.“

Als Meena elf war, starb der Bruder. Er war erst siebzehn. „Und er fehlt mir auch heute noch sehr. Zumal er derjenige war, der mir meine allererste Musikkassette geschenkt hat. Ein Sampler aus den Siebzigern. Und auf diesem Sampler hatte Jimi Hendrix mich mit ´Voodoo Chile´ in seinen Bann gezogen.“

Vier Jahre später gründete Meena gemeinsam mit einem jungen Gitarristen die erste Band. „Wir waren damals noch eine eher psychedelische Rock-Band und hatten das Glück, auf vielen wilden Konzerten spielen zu können. Wir hatten einfach eine tolle Zeit. Ansonsten war ich damals eine ganz normale, pubertierende ´Schulverweigerin´, mit dem Hang zur Rebellion und getrieben von dem Gedanken, die Welt zu verbessern. Aus diesem Grund ging ich nach meinem Studium auch nach Mosambik, um in einem Frauenhaus zu arbeiten. Nach dieser für mich wichtigen Zeit bereiste ich erst mal Europa und den Norden der USA und verliebte mich hierbei in Chicago mit seinem Flair, seinen Menschen und der Musik darin. Nun, aus Chicago wurde Wien. Und hier unterschrieb ich meinen ersten Managementvertrag.“

Inzwischen hatte sich Meenas Talent herumgesprochen. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie auftrat, die Authentiziät ihrer Stimme und ihre beeindruckende Bühnenpräsenz hatten für Aufmerksamkeit gesorgt. Ihr Zugang zur Musik und zum Gesang war ungewöhnlich, denn er war und ist davon geprägt, etwas sagen zu wollen. Geprägt von einem ungeheuren Freiheitsdrang. „Ich wollte nicht, ich musste Musikerin werden. Für mich eine Berufung, für meine Eltern leider bis heute noch kein wirklicher Beruf.“

Als erstes formierte Meena ihre Band. Im Laufe der Zeit stand sie mit nationalen und internationalen Musikern auf der Bühne, spielte gut und auch mal schlecht bezahlte Konzerte. Sie lernte Produzenten kennen, noch mehr Manager, Veranstalter, Co-Produzenten, Verleger und Plattenfirmenchefs. „Man versuchte aus mir eine Popsängerin, eine Rock-Queen, gar ein Tina Turner- und Janis Joplin-Double zu konstruieren. Man versuchte sogar mir das entsprechende Show-Gehabe beizubringen. Alles absolut erfolglos, so erfolglos wie der Versuch, meine wild gewordenen Locken in Form zu drängen. Und dann, dann kam Tom Ruf und beschloss - entgegen den Maßstäben der Musikindustrie - mich auf sein Plattenlabel zu holen. Mich, eine ungezügelte, dem Blues verhaftete Sängerin, welche gerade mal von den Alpen runter aufs Glatteis des Musikbusiness geschlittert war.“ Ruf flog Meena über den Teich ins Mekka des Blues, wo sie ein Erlebnis der besonderen Art hatte.

„Er brachte mich und meinen Gitarristen zu Jim Gaines nach Memphis, um unsere erste richtig offizielle CD einzuspielen. Und vom ersten Augenblick fühlte es sich für mich an, als würde ich nach Hause kommen, als hätte mein Leben 1977 ebenso dort in Stantonville beginnen können.“

Tracklist

  1. Try Me
  2. Nothing Left
  3. Send Me A Doctor
  4. Put Your Hands Out Of My Pocket
  5. Sorry
  6. I'm Leaving You
  7. This Song Is For You
  8. I'd Rather Go Blind
  9. Love Won't Fall Apart
  10. Let Your Sweet Love Shine On Me
  11. I Shoot You Down
  12. Just As I Am

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