I Want It All Back


I Want It All Back

Artikel-Nr.: RUF 1153
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Veröffentlichungs-Datum

2/2010

Release Notes


Blues aus dem Herzen

Vor langer Zeit nahm Albert Collins einen noch jungen Coco Montoya zur Seite und erklärte ihm: »Junge, spiel einfach aus deinem Herzen.« Das ist stets Montoyas Mantra geblieben. Bei Auftritten in aller Welt bringt er dem Publikum intensive Musik voller Herzlichkeit dar.
Für Montoyas Debüt auf Ruf Records gilt der Rat: »Junge, sing einfach aus deinem Herzen.« Von den ersten Riffs an wirft er das Vertraute ab und fordert sich und seine Hörer heraus. Seine ersten Worte offenbaren eine Stimme so seelenvoll wie seine Gitarre. Seiner Gesangsstimme zu vertrauen, diesen Sinneswandel hat sein Freund und dreimaliger Grammy-Gewinner Keb' Mo' bewirkt.
Mo' ermutigte ihn, die Geschichte in innigen Gesang zu kleiden. Die Welt kennt Coco Montoya als feurigen Gitarristen, der allabendlich echte menschliche Gefühle in mitteilsame Noten verwandelt, die seinem Publikum ans Herz gehen. Das gelingt den neuen Liedern noch schneller als all seinen bisherigen Platten: Seine schmerzgetränkte Gitarre im Rücken, birgt Montoyas ungezügelter, verletzlicher Gesang Gefühlstiefe.
»Mein Gitarrenspiel ist den Leuten wohlbekannt, aber hier konzentriert sich alles auf die Stimme«, sagt Coco Montoya. »Natürlich gibt's auch Gitarre, aber das Hauptaugenmerk liegt auf Songaufbau und meinem Gesang. Es schadet nicht, mal was zu riskieren, sich zu bescheiden und Führung und Anleitung zuzulassen. Keb' und Jeff Paris haben als Co-Produzenten umfassend an meinem Gesang gearbeitet. Ich bin richtig stolz auf meine Darbietung, die sie aus mir rausgekitzelt haben. Anfangs war's echt schwierig und sogar ein bisschen frustrierend, aber sie hatten viel Geduld. Langsam hab ich's drauf, und jetzt betrachte ich mein Instrument mit ganz anderen Augen.«
Im Studio hatte Keb' Mo' als Co-Produzent die Aufgabe, Montoyas Gesang zu schärfen, ohne dessen Mitgefühl und Charme zu verlieren. »Ich will eine Platte, die Coco dem Publikum nicht nur als Gitarristen näherbringt«, sagt Mo'. »Ich finde, er hat eine tolle Stimme, aber bisher hat er sie nur dazu genutzt, sein Gitarrenspiel zu unterstützen. Hier nun ist der Gesang unbedingt als das zu betrachten, was er ist: das Wichtigste an der Platte.«


Neue Gussformen mit Stil

Montoya ist nicht nur einer der Besten darin, dem Griffbrett Emotionen zu entlocken, er besitzt obendrein eine gefühlvolle und ausdrucksreiche Gesangsstimme. Mal haucht das bebende Vibrato, in das er seine Worte kleidet, tiefempfundene Verwundbarkeit in zerbrechliche Lieder; mal wirkt seine Stimme wie eine Dampfwalze, wie der K.-o.-Schlag eines Schwergewichtsboxers.
Auf dieser Grundlage suchten Montoya und Mo' nach Liedern, die sich für Montoyas Stimme und Gemüt am besten eignen, Lieder, die seinen unverwechselbaren, wehklagenden Tenor zur Geltung bringen. Zuerst fanden sie Stücke, die wehmütige Erinnerungen weckten an alte Singles: ›The One That Really Loves You‹ von Mary Wells, ›Hey Senorita‹ von den Penguins und Montoyas kühnsten Song, die stilvolle Sechziger-Soul-Nummer ›Forever‹ von den Marvelettes. Rod und Debra »Honey« Piazza wurden herbeigerufen für Montoyas geliebten Blues in Buster Browns ›Fannie Mae‹.
Gleichzeitig jedoch badet Coco Montoya in frischer Experimentierfreude von heute. Als Künstler sucht er stets nach neuen Ausdrucksformen, die seiner Entwicklung zugute kommen und ihm Herzen erschließen.
Das eröffnende ›I Want It All Back‹ von Montoyas Freund und Co-Autor David Steen demonstriert freudig die neue Anschauung. Dazu kommen in ›Cry Lonely‹ und ›As Close As I Have Come‹ zwei Lieder von Gary Nicholson, einem Songschreiber aus Nashville, der auf Montoyas Wellenlänge liegt, des Weiteren zwei Nummern von Jeff Paris und eine moderne Version von Jackson Browns federndem ›Somebody's Baby‹: So wie hier hat man Coco Montoyas ungekünstelte Stimme und hitzige Gitarre noch nie zuvor vernommen.
Aus Produzentensicht meint Keb' Mo': »In der Musik braucht man für jedes Lied eine neue Gussform. Das erfordert Zeit und Kunstfertigkeit. Im Studio herrschte gegenseitiges Vertrauen. Coco hat auf uns gehört, aber wir auch auf ihn, was ebenso wichtig war. Wenn einem bei den Aufnahmen die Stimme entgleitet, ist die ganze Platte verloren.«
Diese Gegenseitigkeit und Übereinkunft zwischen Montoya und Mo' im Studio wird umgehend deutlich: Hier haben Musiker bei ihren schöpferischen Entscheidungen etwas gewagt. Zugleich ist auch das Band zwischen ihm und seinen Anhängern so stark wie eh und je.


Musik ohne Diagramm

Die Essenz des Blues ist dann am reinsten, wenn jemand das Herz eines anderen berührt. Nur wenige Auserwählte sind mit derartigem Talent gesegnet. Die meisten suchen ihr ganzes Leben nach dieser einmaligen Fähigkeit. Seit seinen Anfängen im Blues als Schlagzeuger für den legendären Albert Collins war Coco Montoya auf Entdeckungsreise nach jener Essenz.
»Albert war für mich wie ein Vater«, sagt er. »Von ihm habe ich Herz, Mitgefühl, Selbstvertrauen und Glauben an die Musik geschenkt bekommen — und das Verlangen, weiterzumachen. Albert hat mich den Blues aus dem Innersten gelehrt. Diese Musik passt in kein Diagramm. Wenn dein Herz drin liegt, ist sie echt. Das erhält den Blues am Leben. Moden kommen und gehen, aber der Blues bleibt für immer.«
Coco Montoya begegnete Albert Collins erstmals 1971. »Er hat mich einfach umgehauen. Als er von der Bühne ging, hatte ich überall Gänsehaut. Seine Stimme zu hören, war wie Gottesdienst. Ich war schweißgebadet, als er seinen Auftritt beendete.« Von Collins als Schlagzeuger engagiert, saß Montoya von 1972 bis 1975 hinter dem Meister der Telecaster und studierte den Blues.


Lernen durch Hinhören

Geboren am 2. Oktober 1951, wuchs Henry »Coco« Montoya Ende der 1950er und Anfang der 1960er in Südkalifornien auf. Von früh an war er in die Musik versunken. Ob nun seines Vaters Big-Band-Platten, die Rock'n'Roll-Scheiben seiner älteren Geschwister oder der Doo-Wop-Sound aus dem Radio, der junge Coco empfing alles mit offenen Ohren. Zur selben Zeit entwickelten englische Musiker wie John Mayall und Eric Clapton ihre eigenen Bluesstile. »Als ich Eric Clapton zum ersten Mal in ›Hideaway‹ gehört habe, war das meine Umerziehung zum Blues.«
Als Teenager entdeckte er die Gitarre als dringend benötigtes Mittel, seine inneren Stimmungen auszudrücken. »Ich weiß noch, wie ich mich in jungen Jahren gequält habe, mich mitzuteilen. Mit der Gitarre habe ich den Weg gefunden, mein Innerstes zu äußern.« Doch zuerst stieg er als Schlagzeuger für örtliche Rockgruppen auf die Bühne.
Wie man den Blues spielt, zeigte dem Jüngling dann Albert King. »Ich bin zu einem Konzert mit Iron Butterfly und Creedence Clearwater Revival, und zwischendrin spielte ein Typ namens Albert King. Er hat seine Gitarre in die Hand genommen, ›Watermelon Man‹ gespielt und mein ganzes Leben verändert. Da habe ich zum ersten Mal Musik aus dem Herzen gehört.«
Montoya ist ein selbstgelernter Griffbrettakrobat, dessen emotionsgeladenes Spiel nur wenige Saitenkünstler draufhaben. Während er als Linkshänder genau wie Albert King ein Instrument mit Standardbespannung praktisch verkehrt herum spielt, nämlich mit den tiefen Saiten unten und den hohen oben, entstammt seine Technik den Jahren mit Collins.
»Ich hatte nie Unterricht. Ich habe mir stets andere Gitarristen angeschaut und mir alles abgeguckt. Immer habe ich auf diesen einen Moment gewartet, bis es soweit war; und dann habe ich nur noch gestarrt und mir ihre Hand- und Fingerstellung zu merken versucht. Die Leute fragen danach, ob ich bei Albert Unterricht genommen habe. Es war mehr ein gemeinsames Rumhängen in Hotelzimmern. Wir haben uns jeder eine Gitarre geschnappt und einfach nur gespielt. Gelernt habe ich durch bloßes Hinhören. Ich spiele es einfach so, wie ich es höre. Er hat immer gesagt: Denk nicht drüber nach, spür's einfach. Er hat mir beigebracht, mein inneres Kraftfeld anzuzapfen. Ich kenne nicht alle Licks dieser Welt, aber ich kenne die, mit denen ich Fröhlichkeit, Traurigkeit oder sonstige Emotion ausdrücken kann.«


Ein Herz für die Welt

Von 1976 bis 1984 hatte Montoya ein bisschen die Lust an der Musik verloren und als Barkeeper gejobbt, um zu überleben. 1984 feierte sein zweiter Mentor John Mayall seinen Geburtstag in der Kneipe, in der Montoya gerade auftrat. Seine aus der Hüfte kommende Version von ›All Your Love‹ ließ Mayall aufhorchen. Coco Montoya durfte seine Strat einpacken und bei den Bluesbreakers den Spuren von Eric Clapton, Peter Green und Mick Taylor folgen. »Ich würde heute was völlig anderes machen, wenn John Mayall mich nicht angerufen hätte.«
Nach drei Platten mit Mayall und als Mitglied der Bluesbreakers befand Coco Montoya 1993, dass es an der Zeit sei, mit den Lektionen seiner beiden musikalischen Väter eine Solokarriere zu gestalten. In den frühen 1990ern unterschrieb er bei Blind Pig Records und veröffentlichte drei bejubelte CDs: Gotta Mind To Travel, Ya Think I'd Know Better und Just Let Go.
Während seiner Zeit bei Blind Pig erhielt er nationale Anerkennung, indem er 1996 bei den Blues Music Awards der Blues Foundation als bester neuer Blueskünstler ausgezeichnet wurde.
2000 schaltete er mit seiner Musik einen Gang höher und unterschrieb bei Alligator Records, dem Top-Blues-Label des Landes. Drei weitere herausragende Platten erschienen von ihm: Suspicion, Can't Look Back und 2007 schließlich Dirty Deal.
Heute, 2009, hat Coco Montoya eine neue Heimat in der Alten Welt gefunden. Europas führendes Blues-Label Ruf Records hat den Gitarrengiganten unter Vertrag genommen und ist im Begriff, Montoyas Herz einem Weltpublikum zu präsentieren. I Want It All Back ist der erste Schritt dazu.
»Es ist eine aufregende Reise«, sagt Coco Montoya. »Meinen Fans, die mein Gitarrenspiel mögen, sage ich: Kommt mit offenen Ohren. Die Gitarre bleibt, aber sie ist nicht meine einzige Stimme. Hört euch einen Künstler an, der sich weiterentwickelt, und entwickelt euch mit mir.«

 

Tracklist

  1. Hey Senorita
  2. I Want It All Back
  3. Forever
  4. Cry Lonely
  5. As Close As I Have Come
  6. The Life Of My Broken Heart
  7. The One That Really Loves You
  8. Fannie Mae
  9. Don't Go Makin' Plans
  10. She's Gonna Need Somebody
  11. Somebody's Baby

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