Live Trout (2 CD Set)


Live Trout (2 CD Set)

Artikel-Nr.: RUF 1051
15,00
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Veröffentlichungsdatum

1/2000

Release Notes

Niemand hatte mich davor gewarnt, was mich auf einem Walter Trout live Konzert erwartet. Bereits nach den ersten Tönen, mochte ich meine Augen nicht mehr von seinen Fingern lassen, weil ich befürchtete irgendeinen Zauber zu verpassen. Ich war wie hypnotisiert von den den Noten, die hervorkamen wie von einem Maschinengewehr abgefeuert, mit einer Geschwindigkeit, die die Lichtgeschwindigkeit langsam erscheinen ließ. Zum Teufel mit den Bluespuristen - dieser Kerl bearbeitete die E-Gitarre wie sie immer gespielt werden sollte. Sogar das Atmen fiel schwer. Das war die Auswirkung einer Walter Trout live - Erfahrung.

Schon oft hat sich gezeigt, dass bei intensiven live Acts wie Walter Trout die spontane Energie bei Studioaufnahmen verloren gehen kann. Somit lag es Walter sehr am Herzen einen Livemitschnitt seines Auftrittes auf dem Tampa Bay Bluesfestival am 26. März einzufangen. Ein mobiles Studio wurde aus Orlando herangeschafft, backstage geparkt und an die PA angeschlossen. Das Studio war ausgerüstet um 32 separate Spuren aufzunehmen. Jedes einzelne Instrument und Trout’s Stimme wurden mit Mikrophonen abgenommen und weitere Mikrophone im Publikum verteilt, Produzent Jim Gaines und Toningenieur George Cowan aus Memphis eingeflogen.

Aber Walters Auftritt fiel beinahe ins Wasser. An einer Stelle auf der zweiten CD sagt Walter zum Publikum: „Ich hab schon nicht mehr geglaubt, dass ich es schaffe, aber jetzt fühle ich mich gut.“ Die Menge applaudiert wie immer wenn ein Künstler so etwas sagt. Aber die Leute im Publikum hatten keine Ahnung wie nahe an der Realität diese Ansage war:

Vierundzwanzig Stunden vor der Show hatte Walter den „Airline-Connection-Blues“. Weil ihr Flug aus LA Verspätung hatte, verpassten Trout, seine Frau und Kinder und sein Tourmanager ihren Anschlussflug in Phoenix. Nach vierundzwanzig Stunden in Warteschlangen, mit nichts zu essen außer Erdnüssen und Brezeln versuchte Walter irgendwie die ganze Umleitungsschlaflosigkeit durchzustehen, um dann um 8:00 morgens in Tampa anzukommen und festzustellen dass sein Hotelzimmer an jemand anderes vergeben worden war. Er hatte kein Hotelzimmer bis wenige Stunden vor der Show - immer noch ohne Nahrung und Schlaf.

„Zwei Stunden bevor wir uns auf den Weg machten, saß ich in einem Restaurant, versuchte etwas zu essen und hatte im wahrsten Sinne des Wortes einen Zusammenbruch,“ sagte Trout. „Ich hab mich noch nie vom Reisen so dermaßen schlecht gefühlt. Ich legte meinen Kopf auf den Tisch und fing an laut zu schluchzen. Nach 11 Jahren auf Tour mit meiner eigenen Band kann ich die Gigs, die ich gecancelt habe immer noch an einer Hand abzählen - aber diesmal war ich so weit die Show abzusagen. Ich sagte zu meiner Frau, ich könne da nicht rausgehen und spielen - ich fühle mich einfach zu schwach. Ich befürchtete nicht die Konstitution zu haben, das Ganze durchzuziehen. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten, und mein Körper wollte keine Nahrung annehmen. Es war über vierundzwanzig Stunden her das ich zum letzten Mal geschlafen, oder etwas gegessen hatte. Mir war schlecht und ich war völlig kraftlos. Einem Publikum in so einer Verfassung gegenüberzutreten, ganz zu schweigen von den Leuten des Musikbusiness (make or brake your career), ist eine Erfahrung, die ich wirklich niemendem wünsche. Und als meine Frau mich an all die Leute da draußen erinnerte, die auf mich warteten, blieb mir nur eins: tief Luft holen und raus...“. Der Streß, den Walter fühlte, war kaum auszuhalten. Als Künstler, der sich in den USA auf dem Weg nach oben befindet, nach einer über zehnjährigen Solokarriere in Europa und 20 Jahre als „Sideman“ glaubt dieser Mann nicht an „Low-energy Shows“. Walter war sich bewusst, dass nicht nur der Auftritt aufgezeichnet werden sollte, sondern eine Menge Leute von Presse, Agenturen und Plattenfirmen hieher geflogen waren, um zu sehen was es mit „diesem Trout“ auf sich hatte. Aber das wichtigste war ein begeistertes Publikum, das bezahlt hatte, um eine gute Show zu sehen. Das letzte was Walter wollte, war sie alle zu enttäuschen.

Andere Künstler an seiner Stelle hätten vermutlich zu Drogen oder Alkohol gegriffen, um mit einer ähnlichen Situation fertig zu werden. - Walter ging in sein Zimmer um zu beten. Nach einigen Bananen, diversen Frühlingsrollen und weiteren Gebeten ... ging Walter auf die Bühne.

Seine Frau Marie erinnert sich an diesen Moment. „Es war eine sehr angespannte Situation, aber ich erinnere mich daran mit einem Lächeln als ein weiteres Beispiel für die „Achterbahnfahrt“ ist, auf der wir uns ständig befinden.

Nach all den Zweifeln und der Anspannung und der körperlichen Erschöpfung geht dieser Mann auf die Bühne und lässt es „rauchen“.

Wenn Michael Jordan die Grippe hat und 39° Fieber geht er los und macht 50 Punkte. Und wenn die Erschöpfung Walter Trout packt, lässt er sich von der Energie des Publikums in wahre Höhen tragen.

„Ich danke Gott für dieses Publikum. Sie gaben mir die Kraft und die Energie es durchzustehen. Das ist reines Adrenalin. Man kann es hören wie ich auf der Menge „dahingleite“ und sie mich „tragen“.

Bei all den Unsicherheiten, die mit Liveaufnahmen verbunden sind, verlassen sich die meisten Künstler auf die Sicherheit mehrere Abende mitzuschneiden, um sich dann die besten Songs über einen längeren Zeitraum zusammenzustellen. Nicht so Trout. Er weiß, dass er jede Nacht in eine ganz eigene Form belebender Energie eintaucht, und jede Show ist eine eigene Kombination aus Gefühlen und Dynamik, welche eine Einheit bilden. Bitte anschnallen... Walter sagte mir, dass seine Auftritte lediglich seine innere Stimmungslage widerspiegelt. Therapie nennt er es. Wenn das wahr ist, dann ist das freudige Weitergehen im Angesicht widrigster Umstände und die Kraft das Ruder herumzureißen Walter Trout in Bestform. Da ist dieser Wechsel wie Ebbe und Flut im Freudentaumel zwischen den einzelnen Gitarrensoli. Während er mit der Geschwindigkeit eines Kometen das Griffbrett rauf und runtergleitet bringt Trout seine Gitarre zum flehen, lachen, weinen,schreien, gurren und flüstern. Er ist der in Erfüllung gegangene Traum eines jeden Gitarrenfreaks. Aus allem strahlt Trouts faszinierende Energie und seine Band „The Free Radicals“ beweisen Song für Song warum sie zu eine der besten Bluesrockbands in der Welt gehören. „Ich lebte (und erlebte) wirklich den Blues während dieses Konzertes. Es mag nicht mein allerbestes oder präzisestes Spiel an diesem Tag gewesen sein, aber die harte Zeit vorher gab dem ganzen Auftritt diesen ungeschminkten Touch. Obwohl ich vielleicht präzieser spielen kann als hier, haben diese Songs einen emotionalen Tiefgang wie nur selten.“

Wenn eine Live CD dann erfolgreich ist, wenn sie beim Zuhörer das Gefühl erzeugt zu bereuen nicht dabei gewesen zu sein - kann ich nur wünschen ich hätte mich krank gemeldet und wäre nach Tampa gefahren. Hier haben wir es gelernt: Hockt nicht zuhause wenn Walter Trout in Eurer Stadt spielt!

Art Tipaldi

Art Tipaldi is a senior writer for Blues Revue Magazine.

Look for his cover story on Walter in the October 2000 issue.

Tracklist

  1. I Can Tell
  2. Walkin’ In The Rain
  3. Say What You Mean
  4. The Reason I’m Gone
  5. Come Home
  6. Walter Speaks
  7. Livin’ Every Day
  8. Let Me Know

(Disc 2)

  1. Finally Gotten Over You
  2. Gotta Broken Heart
  3. Walter Speaks again
  4. I Shall Be Released
  5. Serve Me Right To Suffer
  6. Good Enough To Eat

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